Ich habe eine eigene Nische kreiert, in der ich durch Decollage dieser Schälungen neue Werke erschaffe. Ich variiere meine Techniken und setze oftmals eine Kombination aus Sprühfarbe und Stencil-Art, Drip Painting und Texten ein. Dazu löse ich die übereinander geklebten Plakatstücke zunächst voneinander ab. Das mache ich mit heißem Wasser. Schicht für Schicht. Da der Leim extrem stark ist, ist es körperlich ziemlich anstrengend. Ich komme wirklich ins Schwitzen, aber es macht mir total viel Spaß. Es ist immer wieder eine Überraschung, was ich finde. Hier habe ich beispielsweise ein Stück von einem alten Plakat, auf dem steht: „Weiberfastnacht, 2.2.78“. Ich schäle die Schichten so lange voneinander los, bis ich auf etwas Interessantes stoße. Aus diesen Schichten entsteht der Untergrund für meine Arbeiten. Ich fertige dann von dem eigentlichen Bild eine Zeichnung, die ich auf eine oder auch mehrere Schablonen übertrage. Die Schablone wird mit einer Art Skalpell aus Pappe ausgeschnitten und, damit sie gut hält, mit kleinen Gewichten auf das Bild aufgelegt. Dann wird gesprüht.
Sie arbeiten mit Materialien, die eigentlich nicht mehr brauchbar sind. Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit?
Auf meine Arbeiten bezogen, bedeutet das: Ich verarbeite etwas, das, wenn ich es nicht nehme, auf dem Müll landen würde. Ich hauche ihm sozusagen neues Leben ein. Nachhaltigkeit ist für mich ein schweres Thema, über das viel debattiert wird. Ich bin in Schlesien in einem Dorf mit 800 Einwohnern geboren worden. Dort wurde nicht über Nachhaltigkeit geredet, sond